Festkonzert zur Adventszeit

 

 

Mit barocker Kammermusik, Weihnachtsliedern zum Mitsingen, Plätzchen und Glühwein

Im Jahr 1726 veröffentlichte der königlich französische Ordinaire de la Musique, François Couperin, eine Sammlung von zehn Konzerten, darunter L ́Apothéose de Corelli Grande Sonade en trio in h-moll für Flöte, Violine und Basso continuo. Auf die Titelseite schrieb der Komponist sein programmatisches Motto: Les Goûts Réunis. Das bedeutet so viel wie: »Die vereinigten (National-) stile«. Dabei ging es ihm darum, eine Vereinigung des italienischen mit dem französischen Nationalstil zu schaffen.

Es wird vermutet, dass die Mysteriensonaten von Ignaz Franz Biber um 1676 komponiert wurden, aber bis zu ihrer Veröffentlichung im Jahr 1905 unbekannt waren. Einmal wiederentdeckt, wurden die Mysteriensonaten Bibers bekannteste Komposition. Bibers Musik stellt hohe technische Anforderungen an das Spielen vieler seiner Werke. Das gilt besonders für seine Werke für Violine.

Die vom Rationalismus geprägte Ästhetik des 18. Jahrhunderts führte zu einer geringen Würdigung der Instrumentalmusik, weil man sie nicht in Worte fassen konnte. Carl Philipp Emanuel Bach wollte zeigen, dass Musik durchaus einen Dialog und nicht bloß einen einzigen emotionalen Zustand darstellen konnte. Ein detailliertes Programm soll des Hörers Vorstellungsgabe dabei unterstützen.

Marin Marais war zu seiner Zeit ein gefeierter Gambenspieler, der von seinen Zeitgenossen als »Engel der Gambe« bezeichnet wurde. Sein Lehrmeister, der weltberühmte Gambist Monsieur de Saint Colombe, erklärte sogar, dass der junge Marin Marais wohl niemals jemanden finden werde, der es ihm auch nur annähernd gleichtun könne.

Die Triosonate war eine der wichtigsten Gattungen der Kammermusik während der Barockzeit. Sie bot sowohl dem bürgerlichen wie adeligen Musikliebhaber als auch dem Virtuosen ein breites Betätigungsfeld. Zwei unabhängige Melodiestimmen über einem Generalbass bilden das instrumentale Gerüst, das in allen Schwierigkeitsgraden ausgestattet werden kann. Ursprünglich für die zweimanualige Orgel geschrieben, können die Melodiestimmen auch mit beliebigen Instrumenten besetzt und auch durchgehend oder passagenweise mehrfach besetzt werden, wodurch die Triosonate zum Vorläufer des Concerto grosso wurde.

Peter Tonger