Konzert 8 - Belgisches Haus

 

 

Die drei Sätze der Sonatine von Jolivet könnten der Aussage des Komponisten nach in unterschiedliche Stilkategorien eingeordnet sein: Sarkasmus, Mystik, Tanz.

Im Frühjahr und Sommer 1921 schrieb Saint-Saëns in Algier sein kompositorisches Testament: die drei Sonaten für Holzblasinstrumente und Klavier: »Ich verwende meine letzte Kraft darauf, das Repertoire dieser sonst so vernachlässigten Instrumente zu erweitern«, schrieb er damals einem Freund. Von den geplanten sechs Sonaten konnte er vor seinem Tod nur noch drei vollenden: je eine für Oboe, Klarinette und Fagott mit Klavier (op. 166-168). Am 16. Dezember 1921 ist Saint-Saëns in Algier, seinem Lieblingsurlaubsort, gestorben.

Charles Triébert war ein gefragter Oboist und Instrumentenbauer, der für seine Konzerte eigene Werke schrieb oder fremde bearbeitete. Besonders beliebt waren Opernparaphrasen.

Aussagen über Beethovens frühe Stilentwicklung können anhand der drei Duos für Klarinette und Fagott nur unter starkem Vorbehalt gemacht werden. Denn die Echtheit dieser drei kurzen Stücke ist umstritten. Sie könnten ebenso gut von einem begabten Zeitgenossen stammen.

Wie Camille Saint-Saëns in seinem Bekenntnis zur Sprache gebracht hat, »das Repertoire dieser sonst so vernachlässigten Instrumente zu erweitern« (s.o.), so hat die Welt der Bläser dem Komponisten Jean Françaix viele Kammermusikwerke für die verschiedensten Instrumente zu verdanken, wobei die Arbeit mit Holzbläsern seinem humoristischen Naturell sehr entgegen kam.

Peter Tonger