Des Mondes holder Glanz

 

 

Das Trio für Oboe, Fagott und Klavier von Francis Poulenc wurde 1926 in Cannes komponiert und ist Manuel de Falla gewidmet, der es besonders schätzte.
Der Biograph Henri Hell lobt dieses neue Stück Kammermusik, indem er »die vollkommene Kohärenz seines Aufbaus eines angeborenen Gleichgewichts« nennt, »das ohne Längen in seiner Entwicklung verwöhnt« und mit Anklängen an Mozart liebäugelt.

Quasi Hoquetus für Viola, Fagott und Klavier macht schon im Titel den Bezug zur Vergangenheit deutlich. Der Hoquetus ist ein musikalisches Stilelement der spätmittelalterlichen Musik. Er bezeichnet eine Form oder eine Satztechnik, »bei der zwei oder mehr Stimmen alternierend kurze Tongruppen oder Einzeltöne vortragen«. Diesen Effekt hat Gubaidulina in ihrem Stück nachgeahmt.

Charles M. Loeffler, der neunjährig in der Ukraine mit dem Violinspiel begonnen hatte, entschied sich mit 13 Jahren für eine Karriere als Musiker. Er studierte Violine in Berlin bei Joseph Joachim sowie Komposition bei Friedrich Kiel und Woldemar Bargiel. Er emigrierte dann aber im Juni 1881 in die USA, wo er Mitglied im Boston Symphony Orchestra wurde. Loeffler war ein akribischer, selbstkritischer und langsam arbeitender Komponist. Sein musikalischer Stil war vor allem von der zeitgenössischen französischen Musik des fin de siècle (Franck, Chausson, Debussy), aber auch von Anklängen an ukrainische Folklore beeinflusst.

Ein hochromantisches Werk August Klughardts ist seine Auseinandersetzung mit Nikolaus Lenaus Fünf Schilfliedern für Oboe, Bratsche und Klavier. Klughardt komponierte diese fünf Phantasiestücke op. 28 im Jahr 1872. Die Partitur trägt eine Widmung an Franz Liszt »in inniger Verehrung«, und das Werk steht unter dem Einfluss des älteren Komponisten nicht alleine wegen des komplizierten, abwechslungsreichen Klaviersatzes, sondern auch, weil es einen außermusikalischen Stoff beschreibt, nämlich - gleich einer musikalischen Dichtung - die poetische Schilderung eines Naturbildes.

Das Trio B-Dur op. 11 Gassenhauer-Trio erhielt seinen Beinamen aufgrund des dritten Satzes, der ein Thema aus der komischen Oper L’amor marinaro (deutsch »Seemannsliebe«) von Joseph Weigl (1766-1846) als Variationen verarbeitet. Dem Klaviertrio liegt Wolfgang Amadeus Mozarts ebenfalls dreisätziges Kegelstatt-Trio als Vorbild zu Grunde.

Peter Tonger