Konzert 4 - Historischer Gemeindesaal

 

 

Im Gegensatz zu seiner sogenannten Großen Fuge op. 133, die ursprünglich als Schlusssatz seines Streichquartetts op. 130 gedacht war und auf Wunsch seines Verlegers Matthias Artaria durch einen konventionellen Satz ersetzt wurde, hat Beethoven, der sich in seinem Spätwerk vermehrt mit Fugenkomposition beschäftigte auch eine kleine Fuge für Streichquintett op. 137 geschrieben, die nur etwas mehr als 2 Minuten dauert, und sie seinem Verleger Tobias Haslinger gewidmet.

Mozarts 2. Streichquintett verdankt sein Dasein einem früheren Werk des Meisters, der Bläserserenade Nr. 12, ebenfalls in c-Moll. Um dieses großartige und hoch anspruchsvolle Werk auf dem Kammermusikmarkt unterbringen zu können, hat Mozart es für Streicher umgeschrieben.

Beethoven war von dem Quintett so beeindruckt, dass er sein eigenes, noch in Bonn entstandenes Bläseroktett ebenfalls in ein Streichquintett op. 4 umarbeitete.

Wie die beiden Quintette von Beethoven und Mozart ist auch das Quintett Nr. 1 von Brahms ein »Violaquintett«, da es für Streichquartett mit einer zweiten Bratsche besetzt ist, im Gegensatz zu Schuberts berühmten Streichquintett C-Dur, das wir im nächsten Konzert hören werden und das mit einem zweiten Cello besetzt ist. Brahms beschrieb das Quintett seiner Freundin Clara Schumann als »eines meiner schönsten Werke« und zu seinem Verleger Simrock: sagte er: »Sie hatten noch nie ein so schönes Werk von mir.«

Peter Tonger