Konzert 7 - Sancta Clara-Keller

 

 

Die Wahrheiten seines Lebensberichts, Bad Boy of Music, sind so erstaunlich wie seine Flunkereien amüsant: Es stimmt, dass »Tout Paris« von George Antheils Klavierspiel und seinen Kompositionen sprach und begierig auf den nächsten Skandal wartete, es stimmt, dass er auch und gerade bei Konzerten eine Pistole im Schulterhalfter trug, dass Ezra Pound ein Buch über ihn geschrieben hat und dass sein außerordentliches Talent für Freundschaft ihm die Verbindung mit fast allen illustren Gestalten der Pariser Kunstszene einbrachte: Strawinsky und Picasso, Joyce und Léger, Cocteau und Hemingway.

Nach einem Herzinfarkt, dessen Folgen ihn einige Zeit zur schöpferischen Untätigkeit verdammten, begann Schostakowitsch wieder zu komponieren und schrieb in kurzer Zeit die Sieben Romanzen für Sopran und Klaviertrio nieder. Er wählte zur Vertonung sieben Gedichte des russischen Symbolisten Alexander Blok (1880 – 1921), die sich allesamt mit den Kernthemen seines eigenen künstlerischen Schaffens – der Frage nach dem Sinn des Lebens und der Kunst, Liebe und Freundschaft, Wahrheit und Gerechtigkeit, Leben und Tod – beschäftigen.

Für Beethoven standen klar materielle Fragen im Zentrum seines Interesses, als er dem Edinburgher Verleger George Thomson 1806 auf dessen Anfrage zusagte, zunächst einige schottische und walisische Volkslieder zu arrangieren. Und so gab er denn, als er vier Jahre später endlich mit der Arbeit begann, Thomson gegenüber den Tarif bekannt: Vier Dukaten pro Lied sollten es sein, gleich viel wie Joseph Haydn erhalten hatte: »Haydn selbst versicherte mir, dass er für jedes Lied 4 Dukaten erhalten hat. Was Herrn Kozeluch betrifft, der ihnen jedes Lied mit Begleitung für 2 Dukaten liefert, meinen Glückwunsch ... Ich meinerseits halte mich Herrn Kozeluch (Miserabilis) in dieser Musikgattung überlegen.«

Die drei Klaviertrios op. 1, von denen heute das zweite auf dem Programm steht, sind hauptsächlich 1793 in Wien entstanden. Sie sind das erste Werk, das Beethoven für bedeutend genug hielt, mit einer Opuszahl erscheinen zu lassen und seinen Namen zu verkünden.

Peter Tonger