Konzert 6 - Belgisches Haus

 

 

Das Trio B-Dur op. 11 hat seinen Namen Gassenhauertrio von dem Variationenthema des letzten Satzes, das einer populären Oper seines Kollegen Joseph Weigl entnommen ist und zu seiner Zeit ein allseits beliebter Schlager war. Nicht nur dieser Gassenhauer, sondern die ganze Melodik des Werkes ist der eher leichten Muse zuzurechnen und weit entfernt von der Tiefe und Bedeutung etwa des Geistertrios oder des Erzherzogtrios.

Philippe Manoury hat in der Zeit zwischen 2016 und 2019 mehrere große Uraufführungen in Köln feiern dürfen. So zuletzt im Mai 2019 das Lab.Oratorium. Über sein Trio Ultima erfahren Sie Näheres auf den ihm gewidmeten Seiten in der Broschüre.

Während einer besonders langen Tournee schrieb Ysaÿe seinen Rêve d’enfant (Ein Kindertraum) op. 14, den er seinem jüngsten Sohn Antoine widmete. Es ist ein Wiegenlied, das Faurés Berceuse op. 16 sehr nahe kommt.

Das vom musikalischen Duktus her überraschende und originelle Werk Trio, komponiert 1973, entstammt der Feder eines Komponisten, der vor allem durch Filmmusik bekannt wurde: Nino Rota.

Einer Dame der Meininger Hofgesellschaft und stillen Verehrerin von Richard Mühlfeld, dem Klarinettisten der Hofkapelle, schrieb Brahms darüber: »Ich bringe ihn (Mühlfeld) in Ihre Kemenate, er soll auf Ihrem Stuhl sitzen, Sie können ihm die Noten umwenden und die Pausen, die ich ihm gönne, zu traulichstem Gespräch benützen! ... nur der Vollständigkeit halber sage ich noch, daß ich für diesen Zweck ein Trio und ein Quintett geschrieben habe, in denen er mitzublasen hat.«

Peter Tonger