Konzert 3

Ein erfolgreicher Komponist wie Gioacchino Rossini, der es sich leisten konnte, lange vor einer gewissen Altersgrenze mit dem Komponieren aufzuhören, war in gehobenen Gesellschaftskreisen äußerst beliebt, was er sich gerne bezahlen ließ, sowohl für Abendeinladungen als auch Musikunterricht sowie Auftragskompositionen. Da gab es in London z.B. den wohlhabenden Bankier David Salomons, der ein leidlich guter Cellist war und sich nichts sehnlicher wünschte, als einmal mit dem damals international renommierten Kontrabassisten Domenico Dragonetti zu musizieren. Der einfachste Weg dahin, wenngleich nicht billig, war, ihn mit einer Auftragskomposition Rossinis zu locken. Diese bekam er dann auch für das nicht geringe »Sümmchen« von 50 Pfund inclusive nicht zu verachtender Schwierigkeiten, die wir heute bewundern können.

 

Man schrieb das Jahr 1824 – Schuberts Schaffenskrise schien überwunden, die dazu geführt hatte, dass er seine h-Moll-Sinfonie nicht vollendete; und er hatte wohl schon seine achte Sinfonie im Sinn, die wir als die Große in C-Dur kennen. In einer letzten Kräfteerprobung wollte er sich mit dem Oktett an sie heranarbeiten. So ist zu verstehen, dass er nicht einfach Beethovens Septettbesetzung übernahm, sondern sein Werk durch Hinzuziehung einer zweiten Violine zum Oktett und damit in eine größere sinfonische Richtung erweiterte.