Pan und Apoll

 

 

Die Urformen von Flöte und Harfe werden in der griechischen Mythologie durch den Hirtengott Pan und Apoll, den Gott der Musen vertreten. Beide waren zu einem Wettstreit ihrer Instrumente vor dem phrygischen König Midas aufgerufen, der unentschieden ausging, da Midas sich zwar für Pan entschied, Apollo aber von dem lydischen König Tmolos bevorzugt wurde. Wir entscheiden uns heute für die Kombination von Flöte und Harfe, die bei beiden Instrumentalisten sehr beliebt ist, ganz besonders in Frankreich: deshalb bilden in diesem Programm auch französische Komponisten die Mehrheit.

Neben seiner musikalischen Tätigkeit – als Komponist schrieb William Alwyn fünf Sinfonien, zahlreiche Solokonzerte sowie über 50 Filmmusiken – arbeitete er als Sprachforscher, Dichter und Maler. Bildhaftes spielt auch in seinen Kompositionen eine Rolle, wie manche Titel vermuten lassen. 1978 erhielt er die Auszeichnung Commander of the British Empire, die dritte Stufe des britischen Verdienstordens.

Der Franzose Jean Cras war sowohl Komponist als auch im Hauptberuf Konteradmiral zur See. Während seiner Zeit als Kommandeur verschiedener Schiffe nahm er stets ein Klavier mit an Bord, um, wie er sich ausdrückte, einer inneren Stimme zu gehorchen, die ihn zum Komponieren anregte.

Marc Berthomieu war Absolvent des Pariser Konservatoriums, von dem er mit einem Preis für Fugen- und Harmonielehre ausgezeichnet wurde. Er komponierte mit Vorliebe Kammermusik in neoklassischem Stil, wobei die Flöte meist die Hauptrolle spielte.

Dagegen war Bernard Andrès einer der führenden Komponisten von Werken für Harfe, mit denen er eine ganze Generation von Harfenistinnen und Harfenisten beeinflusste.

Auch Eugène Bozza, Sohn eines italienischen Vaters, gilt als französischer Komponist und Spezialist für Kammermusik, ganz besonders für Holzbläser.

Mit Toru Takemitsu betritt zur Abwechslung mal ein japanischer Komponist die Bühne, der seinem hier gebotenen Stück zwar einen englischen Titel gibt, sich aber musikalisch am französischen Impressionismus orientiert und als Wendepunkt sozusagen einen Neoimpressionismus kreiert.

Peter Tonger