Konzert 5 - Historischer Gemeindesaal

 

 

Borodin war zweifellos eine große Doppelbegabung. Hauptamtlich war er Wissenschaftler, Mediziner, dann Chemieprofessor in Petersburg. Komponieren konnte er nur nebenher. Er lernte in Heidelberg seine Frau kennen, die eine große Musikliebhaberin war; ihr hat er das 2. Streichquartett gewidmet – und das hört man dem Werk an; so ist in diesem Quartett russische Melodik bestimmend. Dazu trägt besonders das Cello bei, das Borodin selbst hervorragend spielte. Besonders das Notturno zeugt von dieser Liebesbeziehung.

Joachim Kaiser sagt über das Streichquintett von Schubert: »Vor Franz Schuberts Streichquintett in C-Dur verneigen sich alle Menschen, denen Musik, Kammermusik gar, etwas bedeutet, glücklich bewundernd – oder sie schwärmen. Das Werk nimmt einen singulären Platz in Schuberts Schaffen, ja gar in der Musikliteratur ein. Es ist rätselhaft, und es ist vollendet ... Mit Worten kann kein Mensch das tönende Mysterium dieses Werkes völlig enträtseln oder auf Begriffe bringen.«

Peter Tonger