Eröffnungskonzert - Beethoven-Haus

 

 

Dass Joseph Haydn einen jüngeren Bruder, Michael, hatte, der mit 360 sakralen und weltlichen Kompositionen ähnlich produktiv war und 43 Jahre wie sein Bruder für einen einzigen Arbeitgeber, den Erzbischof von Salzburg, tätig war, muss immer einmal wieder hervorgehoben und ins Bewusstsein gerückt werden, weil er zu Unrecht ein Schattendasein führt. Bemerkenswert der Einsatz des Kontrabasses und sein Wechselspiel mit den anderen Instrumenten.

Ein wichtiger Teil des Werks von Rebecca Clarke gilt der Viola und nutzt die spezifischen Ausdrucksmöglichkeiten dieses Instrumentes, die Clarke als langjährige Solistin besonders gut kannte. Viele Stücke schrieb sie in erster Linie für sich selbst und die Kammerensembles, in denen sie mitwirkte. Duos für Viola und Klarinette sind nicht gerade ein typisches Kammermusikgenre. Auf den ersten Blick erscheint der Kontrast zwischen den beiden Instrumenten, die in einem ähnlichen Register spielen, zu gering. Gerade dieses Fehlen einer klar dominierenden Stimme eröffnet schöne Interpretationsmöglichkeiten.

Der Barockstil Johann Sebastian Bachs spielt in der Musik seines jüngsten Sohnes, Johann Christian, keine Rolle mehr. Zwei Jahre jünger als Haydn, bildete sich sein Kompositionsstil im Rokoko und der Frühklassik. Dabei verband er italienischen melodischen Schmelz mit deutscher Gründlichkeit und übte damit auch Einfluss auf seinen jüngeren Kollegen Mozart aus.

Die Entstehung des Quintetts op. 39 im Jahre 1924 erwähnt Prokofjew in seinen Lebenserinnerungen u.a.:

»Außerdem nahm ich, um Geld zu verdienen, noch eine Bestellung auf ein kleines Ballett von einer umherziehenden Truppe an, die einen Abend mit mehreren kurzen Balletten im Kammercharakter mit Musik für ein fünfköpfiges Ensemble bestreiten wollte. Ich dachte mir dazu Oboe, Klarinette, Violine, Viola und Kontrabass. Im Wesentlichen war mir ein unproblematischer Stoff aus dem Zirkusleben unter dem Titel Trapezia Vorwand für eine Kammermusik, die auch ohne jede Handlung aufzuführen wäre.«

Peter Tonger