Sonderkonzert - Belgisches Haus

 

 

Einer der viel zu früh verstorbenen Komponisten ist der Belgier Guillaume Lekeu. Kurz vor seinem Tod erhielt er von seinem Landsmann Eugène Ysaÿe, einem der führenden Geiger seiner Zeit, den Auftrag für eine Violinsonate, die ihm so gut gelang, dass Ysaÿe anschließend auch ein Klavierquartett bei Lekeu bestellte. Der zweite Satz war noch nicht ganz abgeschlossen, als ihm der Tod die Feder aus der Hand nahm. Auf feinfühlige, ganz uneigennützige Weise ergänzte Vincent d’Indy die letzten sieben Takte des Werks.

Ein zu Unrecht vergessener Komponist ist der Franzose Théodore Dubois, der zu seiner Zeit eine bedeutende Rolle im Pariser Musikleben spielte. Das Quintett in F-Dur für zwei Violinen, Viola, Cello und Klavier entstand just in dem Jahr 1905, in dem er den Posten des Conservatoriumsdirektors seinem Nachfolger Gabriel Fauré überließ. Es ist zweifellos eine seiner originellsten Kreationen. So wurde das Werk mit Begeisterung aufgenommen und viele Male in den folgenden Jahren aufgeführt, darunter auch in verschiedenen deutschen Städten.

Die Uraufführung des Klavier-Quintetts von César Franck fand am 17. Januar 1880 statt mit Camille Saint-Saëns als ausgezeichnetem Pianisten am Klavier. Franck überreichte ihm nach Beendigung des Konzerts das ihm gewidmete Manuskript. Offensichtlich war Saint-Saëns mit der Komposition des Klavierparts nicht zufrieden, jedenfalls wusste er diese kostbare Gabe so wenig zu würdigen, dass er die Partitur ostentativ liegen ließ. Erst lange Zeit nach Francks Tod führte sein Freund Gabriel Fauré, als ausgezeichneter Interpret des Klavierparts, das Werk zum endgültigen Sieg.

Peter Tonger