Aus dem Schatten heraus: Komponistinnen

 

 

Schon lange ist sich die Musikwelt darüber einig, dass es hochbegabte Komponistinnen gibt und auch gab, die aber zumeist aus gesellschaftlichen Gründen sich nicht in der Musikwelt durchsetzen durften.

Rebecca Clarke gilt heute als eine der wichtigsten englischen Komponistinnen in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen. Zu Lebzeiten war sie eher verkannt, weshalb sie teilweise unter Pseudonym schrieb, was dazu führte, dass Kritiker anschließend ihr männliches Pseudonym rühmten, während die unter Clarke figurierenden Werke eher ignoriert wurden. Clarke sah sich darüber hinaus kaum in der Lage, Familienleben und Arbeit als Komponistin in Einklang zu bringen.

Dagegen wurde die Begabung von Lili Boulanger früh erkannt. Es kann angenommen werden, dass sie zu größeren Ehren gekommen wäre, wäre sie nicht im Alter von 25 Jahren an einer Erkrankung der Bronchien gestorben. Immerhin hatte sie 1913 den begehrten Rompreis vor einem männlichen Kollegen gewonnen.

Mit 17 heiratete Louise Farrenc (geb. Dumont) den Flötisten Aristide Farrenc, der später als Musikverleger ihre ersten Klavierwerke druckte. Mit 38 wurde sie einzige Professorin für Klavier am Pariser Konservatorium, wo sie bis zu ihrer Pensionierung junge Mädchen und Frauen unterrichten durfte und wo es ihr durchzusetzen gelang, dass Professorinnen am Konservatorium ein gleich hohes Gehalt erhielten wie ihre männlichen Kollegen.

Nach dem Umzug nach Düsseldorf im Frühjahr 1853 bezogen Clara und Robert Schumann ein Haus, in dem sie beide üben und komponieren konnten, ohne sich gegenseitig zu stören. In diesem Sommer schuf Clara u.a. die Drei Romanzen für Violine und Klavier op. 22, die sie dem berühmten Geiger Joseph Joachim widmete.

Ethel Smyth kämpfte lebenslang darum, sich als Komponistin durchzusetzen und als solche Anerkennung in der Öffentlichkeit zu finden. Ihr bekanntestes Werk ist dennoch The March of the Women, mit dem sie die Hymne der englischen Frauenbewegung schuf.

Nach Felix‘ Tod übernahm seine ältere Schwester Fanny, verh. Hensel, die Leitung der wöchentlichen Sonntagskonzerte im Hause Mendelssohn. Diese Konzerte waren fast der einzige Ort, an dem man ihre Kompositionen hören konnte, die selbst in ihrer Familie nicht ungeteilte Zustimmung fanden, nicht sosehr die Werke, als dass sie überhaupt komponierte.

Peter Tonger