Brücken - Baroque meets Jazz

 

 

Das Programm möchte Brücken schlagen zwischen Barock-, moderner und Jazzmusik. Ein Vorreiter in dieser Richtung, die weitläufig mit Crossover bezeichnet wird, ist der 1961 geborene Schweizer Komponist und Musiker Daniel Schnyder, der sowohl im Jazz als auch in der neuen klassischen Musik zu Hause ist. Sein Bestreben ist es, die normalerweise dazwischen liegenden Grenzen zu überschreiten. Dabei arbeitet er sowohl mit Jazz-Combos als auch mit kammermusikalischen Formationen. Auch für Orchester fertigt er Arrangements und schreibt Kompositionen, die gelegentlich an Rockgruppen oder Big Band-Jazz erinnern.

Über eine Triosonate von Georg Philipp Telemann wird hier die Brücke geschlagen zu einer Elegie von Keith Jarrett, der einerseits als Jazzpianist berühmt ist, andererseits in einer Art neuer Klassik komponiert, ähnlich wie Samuel Barber in seinem berühmten Adagio for Strings. Bridge of Light ist sehr populär und wird daher gerne in Arrangements für diverse Soloinstrumente gespielt.

In Cairo wendet sich Daniel Schnyder der arabischen Musik zu. Ihr wird in Monteverdis Duett Pur ti miro aus der Oper Die Krönung der Poppea ein Werk der alten Musik gegenübergestellt. Dieses führt wiederum zu Wynton Marsalis, der im selben Jahr geboren wurde wie Schnyder und ebenfalls wie dieser im Jazzbereich und im Klassikbereich tätig ist. Er ist einer der bekanntesten Jazztrompeter der Gegenwart. Der Jazzautor Joachim-Ernst Behrendt urteilt über ihn: „Seit Dizzy Gillespie ist die Trompete im Jazz nicht mehr mit einer solch luziden instrumental-technischen Meisterschaft geblasen worden wie von Wynton Marsalis.“ In Meeelaan zeigt er sich sowohl von seiner jazzigen als auch von seiner klassischen Seite, sozusagen: im Crossover.

Mit einer weiteren Triosonate von Telemann wird die Beziehung zur Barockmusik noch einmal verdeutlicht, bevor wir mit Daniel Schnyder eine stilistisch abwechslungsreiche Städtereise in Great Places durch die ganze Welt unternehmen.

Peter Tonger