Romantik plus

 

 

Dieses Programm möchte den sonoren, empfindsam romantischen Klang des Cellos in einem eigenen Recital zur Geltung kommen lassen.

1849 schrieb Robert Schumann diverse Zyklen für ein Soloinstrument mit Klavier, die er Fantasiestücke, Romanzen, Märchenbilder oder Märchenerzählungen nannte oder eben ganz einfach Fünf Stücke im Volkston. Damit war er, so schlicht diese Bezeichnungen klangen, durchaus innovativ; denn viele seiner Kollegen griffen diese Idee einer volkstümlichen Musik für den Hausgebrauch auf und schrieben ähnliche Zyklen. Nur: Schumanns Stücke werden heute noch gespielt, andere nicht.

Wie sein dänischer Kollege, Niels W. Gade, hat sich auch der Norweger Edvard Grieg längere Zeit in Leipzig aufgehalten, vornehmlich um dort zu studieren. Das war allerdings keine Garantie für erfolgreiche Aufführungen in Leipzig. Seine Cellosonate a-Moll wurde dort gnadenlos verrissen: Man warf ihr unbedeutende Erfindung und mangelhafte Ausarbeitung vor, eine Kritik, die sich Grieg sehr zu Herzen nahm.

Das „plus“ in diesem Programm ist der Grand Tango von Astor Piazzolla, der sowohl rhythmisch als auch harmonisch über die Werke der romantischen Periode weit hinausgeht. Das Stück ist Mstislav Rostropowitsch gewidmet. Es ist eine großangelegte Komposition, die wie kaum eine andere in meisterhafter Weise Piazzollas Anliegen, Elemente des Tango mit solchen der klassischen Musik zu verknüpfen, verwirklicht.

Erst nach mehreren größer besetzten Kammermusikwerken, in denen er dem Cello die schönsten Kantilenen anvertraute, man denke nur an den Beginn des ersten Klaviertrios op.8 oder an das ebenso schöne Cellothema, mit dem das erste Streichsextett op.18 anhebt, erst nach der Vollendung dieser Meisterwerke und der beiden ersten Klavierquartette mit ihren sonoren Cellopartien wandte Brahms sich einer Cellosonate zu, einer Sonate tief melancholisch romantischen Charakters.

Peter Tonger