Presse

KammerMusikKöln

Seit fünf Jahren gibt es die „Kammermusik für Köln“ (das „für“ wurde mittlerweile gestrichen), eine Initiative von Mitgliedern der beiden großen Sinfonieorchester (Gürzenich; WDR), die - ähnlich, wie es bei „Im Zentrum Lied“ geschieht - ausgetretene Repertoirepfade verlassen und auch mit ungewöhnlichen Besetzungen aufwarten möchten. Der hier ausschnitthaft beschriebene Abend war nicht nur ein Konzert, sondern auch eine Jubiläumsfeier mit den dazu gehörigen Ansprachen und kulinarischen Offerten. Vorrangig ist gleichwohl über die musikalischen Appetithappen zu sprechen, welche im stimmungsvollen Sancta Clara-Keller serviert wurden. Die Flötistin Alja Velkaverh begann, tonschön wie immer, mit Debussys „Syrinx“. Bei den zahlenmäßig aufsteigenden Besetzungen kamen Karina Buschinger und Juta Ounapuu-Mocanita (Violine), Matthias Buchholz (Viola), Oren Shevlin (Cello), Stanislau Anishchanka (Kontrabass) und arrivierte Studenten hinzu. Tom Owen, ein besonders „guter Geist“ des ganzen Unternehmens, war sowohl als (hauptamtlicher) Oboist wie auch am Klavier zu hören. Pieter Nuytten bewies, welch ein interessantes Instrument das manchmal etwas unterschätzte Fagott ist. Auch die Kombination Cello/Kontrabass beim Duo eines ungenannten Komponisten bot ein attraktives Klangereignis. Zu einem ausgedehnten Sonderprogramm wechselte man später ins Eingangsfoyer. Das Programm für die nächste Saison wird im September bekannt gegeben.

Quelle: Köln-Bonner Musikkalender, 02. Juli 2017 Christoph Zimmermann

 

 

Wie eine frische Sommerbrise

Der französische Komponist Charles Koechlin (1867-1950) gilt eher als Randfigur der Musikgeschichte. Allerdings hat der gebürtige Elsässer auch nicht mit harten Bandagen für seinen ewigen Nachruhm gekämpft. Koechlins Musik, im Dunstkreis des Impressionismus entstanden, hat ihre Qualitäten im Atmosphärischen; sie malt in Pastelltönen, spinnt zarte Gebilde aus Licht und Luft.

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Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger, 28. Juni 2017 Stefan Rütter

 

 

Unbekanntes von Bekannten

BAD GODESBERG. Mit einem außergewöhnlich spannenden Programm gastierte die Reihe "R(h)ein kammermusikalisch" im historischen Gemeindesaal der Godesberger Erlöser-Kirchengemeinde, denn zu hören waren ausnahmslos unbekannte Werke bekannter Komponisten.

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Quelle: General-Anzeiger Bonn, 26. April 2017 Guido Krawinkel

 

 

Ein gelungener Einstand - Kammermusik in der Erlöserkirche

BAD GODESBERG. Bonn hat eine neue Kammermusikreihe. In dieser Saison sind es zunächst nur drei Konzerte, die der 2011 gegründete Verein "Kammermusik für Köln" im historischen Gemeindesaal der Erlöserkirchengemeinde veranstaltet.

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Quelle: General-Anzeiger Bonn, 08. Februar 2017 Guido Krawinkel

 

 

Tanz in vielen Facetten

Klassik Schöne „KammerMusik für Köln“ im Clara Keller

Die Initiative „KammerMusik für Köln“ hat ihren Zyklus „Einflüsse“ im Clara Keller mit einem Streifzug durch die Zeiten, Stile und Besetzungen beendet. Der impulsgebende Einfluss war diesmal der Tanz, und das sehr originell und kenntnisreich komponierte Programm brachte viele Facetten dieser ins Rein-Instrumentale gewendeten Kunst: Vom Barock (Tom Owens Arrangement von Rameaus Ballett-Oper „Le fêtes d´Hébé“) über die Rokoko- Anspielungen in drei Tänzen aus der Oper „Capriccio“ von Richard Strauss bis zur Suite aus Igor Stravinsky polystilistischer „Geschichte vom Soldaten“ erlebte man schöne Beispiele befruchtender Wechselwirkungen. Zwischendurch setzen zwei Stücke aus neuerer Zeit Akzente: die Entwicklungsweisende „Historie du Tango“ von Astor Piazzola für Flöte (Alja Velkaverh) und Gitarre (Alberto Mersirca) und „Technoparade für Flöte, Klarinette (Laura Ruiz Ferreres) und Klavier (Mariko Ashikawa) von Guillaume Connesson (Jahrgang 1979), ein perpetuum-mobile-ähnliches Stück mit perkussiven Strecken, das von den Solisten höchste Virtuosität verlangt- und diesmal auch in jeder Phase erhielt.

Das technisch-tonliche Niveau lag an diesem schier beglückenden Abend generell sehr hoch, und es bleibt nur noch, den anderen Mitgliedern, allesamt Meistern ihres Fachs, für ihr Engagement und Können zu danken: José Maria Blumenschein (Geige), Thomas Jedamzik (Fagott), Carsten Luz (Posaune), Oren Shevlin (Violoncello), Stanislav Anischenko (Kontrabass), Alexander Schubert (Schlagzeug) und besonders Martin Griebl (Trompete). Die nächste Saison von „KammerMusik für Köln“ beginnt am 2. Oktober- und das ist schon jetzt ein Vormerkdatum.

Quelle: Kölner Stadtanzeiger, 22. Juni 2016 GB

 

Konzert, Szene, Kammermusik und Konzert Köln. Sancta Clara Keller. 28-II-2016.

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), André Jolivet (1905-1974),
Johannes Brahms (1833-1897), Francis Poulenc (1899-1963),
Ernest Chausson (1855-1899),Franz Schubert (1797-1828).

Anna Lucia Richter, Sopran, Marta Wryk, Mezzosopran, Kölner Kammersolisten: Alja Velkaverh, Flöte; Blaž Šparovec, Klarinette; Egon Hellrung, Horn; José Maria Blumenschein und Juta Õunapuu-Mocanita, Violine; Matthias Buchholz, Viola; Simon Deffner, Cello; Nicholas Rimmer, Klavier; Saskia Kwast, Harfe.

 

 

Im Keller eines ehemaligen Klosters trifft sich eine Gruppe junger Musiker, um Kammermusik durch drei Jahrhunderte zu machen.

Kammermusik zu fördern, ihre Schätze in der Öffentlichkeit zu entdecken, spektakuläre Effekte zu suchen, sind die erklärten Ziele der "Kölner Kammersolisten". Die variable Formation, im Jahr 2011 gegründet, wird von einem guten Dutzend Musikern gebildet, zumeist von Mitgliedern der beiden führenden Orchester Kölns. Zum rein musikalischen Interesse fügt sich in dieser Saison noch ein weiterer Anziehungspunkt, diesmal architektonischer Art. Die Konzerte finden im Keller Sancta Clara statt, einem einzigartigen Überbleibsel eines großen mittelalterlichen Klosters, das im frühen neunzehnten Jahrhundert zerstört wurde.

Zum fünften Konzert dieser Saison, tituliert "Einflüsse - Gesang", haben die Instrumentalisten zwei junge Sängerinnen eingeladen, die augenblicklich zu den vielversprechendsten gehören: Marta Wryk und Anna Lucia Richter. Die polnische Mezzosopranistin dominiert den ersten Teil. Mit "Parto, Parto", der Arie des Sesto aus La Clemenza di Tito, setzt sie die Messlatte ziemlich hoch: eine weite und schöne Stimme, gleichmäßig über die gesamte Tessitur, präzise Vocalisen, leichter Ansatz. Aber über allem ist Wryk eine feine Musikerin. Sie weiß ihre Stimme zu färben je nach ihrer Funktion innerhalb der Instrumente. Besonders klar, um der Klarinette von Blaž Sparovec (Mozart) gerecht zu werden, samten klingend, um sich mit der Viola von Matthias Buchholz zu vereinen (Brahms. Zwei Gesänge op 91), zeigt sie eine unerwartete Weite im Chanson perpétuelle von Ernest Chausson, wo das Streichquartett (angeführt von dem hervorragenden José Maria Blumenschein, dem zukünftigen Konzertmeister der Wiener Philharmoniker) alles tut, um ein ganzes Orchester zu ersetzen. Ganz zu schweigen von dem grotesken Humor der Rapsodie nègre von Francis Poulenc, die sichtbar das ganze Ensemble der Musiker amüsiert.

Wechsel der Tonart mit dem Eintritt von Anna Lucia Richter. Mit ihrer jungen und leuchtenden Stimme, die der atemberaubendsten Nuancen fähig ist, nimmt sie uns mit in ein Universum lächelnder Romantik ganz ungekünstelt, aber immer in Schönheit. Eingelullt durch das weiche Horn von Egon Hellrung ist Auf dem Strom ein Moment des reinen Glücks, während der Abend mit einem spannenden Hirt auf dem Felsen endet, wo Stimme, Klarinette und Klavier wunderbar ineinander verschmelzen.

Quelle: ResMusica, 4. März 2016 Andreas Laska