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KammerMusikKöln - Oren Shevlin und Mariko Ashikawa

Romantik und etwas mehr

In einem großen Sinfonieorchester mitzuwirken, ist fraglos ein erhebendes Gefühl. Doch besondere Beglückung wird immer darin liegen, in einem kleineren Kreis noch stärkere interpretatorische Verantwortung zu übernehmen. Deshalb zieht es die meisten Instrumentalisten früher oder später zur Kammermusik. Sowohl Mitglieder des Gürzenich-Orchesters als auch des WDR Sinfonieorchesters arrangieren in der Philharmonie sowie im Funkhaus entsprechende Reihen. Seit 2011 gibt es eine neue Formation, gemischt aus Musikern beider Klangkörper. Kölner Kammersolisten nennt sich dieses Ensemble und ist integriert in die Veranstaltungsreihe KammerMusikKöln.

Die ersten Aufführungen fanden im Belgischen Haus statt, doch mußte dieses vor einiger Zeit geräumt werden. Eine neue Spielstätte fand sich im Sancta-Clara-Keller, nicht weniger attraktiv und leicht urig angehaucht. Alle ausführenden Musiker sitzen nun ebenerdig, also nicht auf erhöhtem Podium, was die Intimatmosphäre der Konzerte und die Nähe zum Publikum verstärkt. An dieser Stelle wird erstmals über das Unternehmen berichtet, welches sich übrigens mittlerweile auch in einer Bonner Zweitstätte etablieren konnte.

Die langsam auslaufende Saison firmiert unter dem Titel „Short Stories“. Das aktuelle Konzert war mit „Romantik plus“ überschrieben. Mit lediglich zwei Ausführenden markierte es die untere Besetzungsgrenze; bei besonderen Gelegenheiten können es nämlich bis zu 18 Musikern werden, wobei es speziell in solchen Fällen ohne Gäste nicht ausgeht.

Um die Gestaltung unorthodoxer Programme ist KammerMusikKöln in besonderer Weise bemüht. Für „Romantik plus“ wurde als führendes Instrument das Cello ausgewählt, mit seinem warmen, sonoren Klang für die Musik des 19. Jahrhunderts besonders prädestiniert, wie sonst eigentlich nur das Horn. Oren Shevlin war vor Ort schon häufig zu hören, ein vielgefragter Solist, aber auch Mitglied des WDR Sinfonieorchesters (was das Programmheft verschwieg). Als seine Klavierpartnerin fungierte Mariko Ashikawa, an der Kölner Hochschule für Musik und Tanz ausgebildet und dort mittlerweile selber als Pädagogin tätig.

Den Auftakt des Abends machten Robert Schumanns „Fünf Stücke im Volkston“, anspruchsvoll zwar, aber doch sehr gefällig, wie es der Titel im Grunde verspricht. Oren Shevlin gab sie vital und lebendig, war den Doppelgriffen in Nr. 3 glänzend gewachsen und steigerte die Tonfülle in den Tiefenlagen seines Instruments (Nr. 5). Auffallend die unterschiedliche Dosierung des Vibratos. Einen bravourösen Aufwärtslauf wie am Ende von Nr. 1 sollten die Zuhörer in abgewandelter Form später bei Astor Piazzollas „Le Grand Tango“ nochmals erleben. Mit ihrem gelenkigen Spiel war Mariko Ashikawa dem Cellisten eine anschlags- und stilsichere Partnerin.

Bei der Cellosonate opus 38 von Johannes Brahms drehten beide Musiker um etliche Grade auf, als wollte man Schumanns Vortragshinweis „mit viel Ton“ (Nr. 3) aufgreifen. Aber die Sonate ist von ihrem Habitus her tatsächlich besonders klangüppig angelegt, da durfte man durchaus in die Vollen gehen. Das mittlere, menuettartige Allegretto zäsierte das Werk genügend leichtfüßig.

Vom musikalischen Impetus her war Edvard Griegs Cellosonate opus 36 nach der Pause eine stilistisch schlüssige Programmfortsetzung. Der Pianistin wurde jetzt ein sogar noch rauschhafteres Spiel abverlangt, was Mariko Ashikawa mit Verve gelang. „Nordischer“ Tonfall ist in Griegs Musik unüberhörbar. Ein kurzes Motiv im ersten Satz erinnerte an das Klavierkonzert des Komponisten, im Finale spürte man Peer-Gynt-Atmosphäre. Dem Cello wird in diesem Werk so ziemlich alles abverlangt; Oren Shevlin meisterte seine Aufgaben grifftechnisch souverän und musikalisch total stimmig.

Das „Plus“ des Abends war das bereits erwähnte Werk Piazzollas. Die Lehrerin des adoleszenten Komponistin, Nadia Boulanger, hatte ihm sinfonischen Ehrgeiz zwar ausgetrieben, aber bestimmte Formen integrierte er doch immer wieder in seine Tangos, entkleidete sie einer bloßen Bar-Atmosphäre. Große musikalische Gebärden bei den beiden Interpreten. Ihre Zugabe führte dann in romantisch schwelgerische Gefilde zurück.

Quelle: Der Opernfreund, 27. Mai 2018 Christoph Zimmermann

 

 

Aus dem Schatten heraus

BONN. Die vielseitigen Besetzungsmöglichkeiten der Kölner ermöglichten hierbei eine ganze Spannbreite interessanter und seltener Kombinationen.

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Quelle: General-Anzeiger Bonn, 11. April 2018 Verena Düren

 

 

Brücken in die Gegenwart

BONN. "Brücken" lautete das Motto des Abends, in dem die Musiker der "KammerMusikKöln" rund um den Oboisten Tom Owen Werke des Barock solchen aus dem Jazz gegenüberstellten.

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Quelle: General-Anzeiger Bonn, 14. März 2018 Verena Düren

 

 

Schuberts himmlische Längen

BONN. Short Stories heißt die Konzertreihe, die der Verein "KammerMusikKöln" im historischen Gemeindesaal der Erlöserkirche veranstaltet.

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Quelle: General-Anzeiger Bonn, 28. Februar 2018 Guido Krawinkel

 

 

Entdeckung eines Musikgenies

BONN. Diesmal stand mit Guillaume Lekeu ein Name im Programm, den wohl nur Kammermusikspezialisten mit universalem Überblick kennen.

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Quelle: General-Anzeiger Bonn, 31. Januar 2018 Mathias Nofze

 

 

Seelenverwandte Interpreten

BONN. "KammerMusikKöln" präsentiert in ihrer Bad Godesberger Reihe Musik von Komponisten aus der Zeit des Ersten Weltkriegs.

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Quelle: General-Anzeiger Bonn, 20. Dezember 2017 Mathias Nofze

 

 

Großes abseits des Mainstreams

"Überlebt" - "Gefallen" - "Überlebt" - "Gefallen": In trister Abwechslung stehen diese Auskünfte jeweils hinter den Komponistennamen auf dem Programm des Konzerts der Reihe "KammerMusikKöln" am 17. Dezember im Sancta Clara-Keller. Der Leser ahnt, worum es geht: Die Veranstalter leiten mit dieser sehr "gebauten" Agenda das Jahr 2018 ein - in dem die Welt des Kriegsendes vor hundert Jahren gedenkt.

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Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger, 14. Dezember 2017 Markus Schwering

 

 

Auf der Höhe seines Könnens

BONN. Auftaktkonzert der Reihe "KammerMusikKöln", die in Köln (im Sancta Clara-Keller) seit sechs Jahren, in Bad Godesberg (im Historischen Gemeindesaal) nun zur ersten kompletten Saison zu Konzerten einlädt.

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Quelle: General-Anzeiger Bonn, 18. Oktober 2017 Mathias Nofze

 

 

Kurzgeschichten für Musikliebhaber

BONN. Der Verein KammerMusikKöln will sich mit einer zehnteiligen Konzertreihe im Villenviertel etablieren.

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Quelle: General-Anzeiger Bonn, 12. Oktober 2017 Bernhard Hartmann

 

 

KammerMusikKöln

Seit fünf Jahren gibt es die „Kammermusik für Köln“ (das „für“ wurde mittlerweile gestrichen), eine Initiative von Mitgliedern der beiden großen Sinfonieorchester (Gürzenich; WDR), die - ähnlich, wie es bei „Im Zentrum Lied“ geschieht - ausgetretene Repertoirepfade verlassen und auch mit ungewöhnlichen Besetzungen aufwarten möchten. Der hier ausschnitthaft beschriebene Abend war nicht nur ein Konzert, sondern auch eine Jubiläumsfeier mit den dazu gehörigen Ansprachen und kulinarischen Offerten. Vorrangig ist gleichwohl über die musikalischen Appetithappen zu sprechen, welche im stimmungsvollen Sancta Clara-Keller serviert wurden. Die Flötistin Alja Velkaverh begann, tonschön wie immer, mit Debussys „Syrinx“. Bei den zahlenmäßig aufsteigenden Besetzungen kamen Karina Buschinger und Juta Ounapuu-Mocanita (Violine), Matthias Buchholz (Viola), Oren Shevlin (Cello), Stanislau Anishchanka (Kontrabass) und arrivierte Studenten hinzu. Tom Owen, ein besonders „guter Geist“ des ganzen Unternehmens, war sowohl als (hauptamtlicher) Oboist wie auch am Klavier zu hören. Pieter Nuytten bewies, welch ein interessantes Instrument das manchmal etwas unterschätzte Fagott ist. Auch die Kombination Cello/Kontrabass beim Duo eines ungenannten Komponisten bot ein attraktives Klangereignis. Zu einem ausgedehnten Sonderprogramm wechselte man später ins Eingangsfoyer. Das Programm für die nächste Saison wird im September bekannt gegeben.

Quelle: Köln-Bonner Musikkalender, 02. Juli 2017 Christoph Zimmermann

 

 

Wie eine frische Sommerbrise

Der französische Komponist Charles Koechlin (1867-1950) gilt eher als Randfigur der Musikgeschichte. Allerdings hat der gebürtige Elsässer auch nicht mit harten Bandagen für seinen ewigen Nachruhm gekämpft. Koechlins Musik, im Dunstkreis des Impressionismus entstanden, hat ihre Qualitäten im Atmosphärischen; sie malt in Pastelltönen, spinnt zarte Gebilde aus Licht und Luft.

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Quelle: Kölner Stadt-Anzeiger, 28. Juni 2017 Stefan Rütter

 

 

Unbekanntes von Bekannten

BAD GODESBERG. Mit einem außergewöhnlich spannenden Programm gastierte die Reihe "R(h)ein kammermusikalisch" im historischen Gemeindesaal der Godesberger Erlöser-Kirchengemeinde, denn zu hören waren ausnahmslos unbekannte Werke bekannter Komponisten.

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Quelle: General-Anzeiger Bonn, 26. April 2017 Guido Krawinkel

 

 

Ein gelungener Einstand - Kammermusik in der Erlöserkirche

BAD GODESBERG. Bonn hat eine neue Kammermusikreihe. In dieser Saison sind es zunächst nur drei Konzerte, die der 2011 gegründete Verein "Kammermusik für Köln" im historischen Gemeindesaal der Erlöserkirchengemeinde veranstaltet.

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Quelle: General-Anzeiger Bonn, 08. Februar 2017 Guido Krawinkel

 

 

Tanz in vielen Facetten

Klassik Schöne „KammerMusik für Köln“ im Clara Keller

Die Initiative „KammerMusik für Köln“ hat ihren Zyklus „Einflüsse“ im Clara Keller mit einem Streifzug durch die Zeiten, Stile und Besetzungen beendet. Der impulsgebende Einfluss war diesmal der Tanz, und das sehr originell und kenntnisreich komponierte Programm brachte viele Facetten dieser ins Rein-Instrumentale gewendeten Kunst: Vom Barock (Tom Owens Arrangement von Rameaus Ballett-Oper „Le fêtes d´Hébé“) über die Rokoko- Anspielungen in drei Tänzen aus der Oper „Capriccio“ von Richard Strauss bis zur Suite aus Igor Stravinsky polystilistischer „Geschichte vom Soldaten“ erlebte man schöne Beispiele befruchtender Wechselwirkungen. Zwischendurch setzen zwei Stücke aus neuerer Zeit Akzente: die Entwicklungsweisende „Historie du Tango“ von Astor Piazzola für Flöte (Alja Velkaverh) und Gitarre (Alberto Mersirca) und „Technoparade für Flöte, Klarinette (Laura Ruiz Ferreres) und Klavier (Mariko Ashikawa) von Guillaume Connesson (Jahrgang 1979), ein perpetuum-mobile-ähnliches Stück mit perkussiven Strecken, das von den Solisten höchste Virtuosität verlangt- und diesmal auch in jeder Phase erhielt.

Das technisch-tonliche Niveau lag an diesem schier beglückenden Abend generell sehr hoch, und es bleibt nur noch, den anderen Mitgliedern, allesamt Meistern ihres Fachs, für ihr Engagement und Können zu danken: José Maria Blumenschein (Geige), Thomas Jedamzik (Fagott), Carsten Luz (Posaune), Oren Shevlin (Violoncello), Stanislav Anischenko (Kontrabass), Alexander Schubert (Schlagzeug) und besonders Martin Griebl (Trompete). Die nächste Saison von „KammerMusik für Köln“ beginnt am 2. Oktober- und das ist schon jetzt ein Vormerkdatum.

Quelle: Kölner Stadtanzeiger, 22. Juni 2016 GB

 

Konzert, Szene, Kammermusik und Konzert Köln. Sancta Clara Keller. 28-II-2016.

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), André Jolivet (1905-1974),
Johannes Brahms (1833-1897), Francis Poulenc (1899-1963),
Ernest Chausson (1855-1899),Franz Schubert (1797-1828).

Anna Lucia Richter, Sopran, Marta Wryk, Mezzosopran, Kölner Kammersolisten: Alja Velkaverh, Flöte; Blaž Šparovec, Klarinette; Egon Hellrung, Horn; José Maria Blumenschein und Juta Õunapuu-Mocanita, Violine; Matthias Buchholz, Viola; Simon Deffner, Cello; Nicholas Rimmer, Klavier; Saskia Kwast, Harfe.

 

 

Im Keller eines ehemaligen Klosters trifft sich eine Gruppe junger Musiker, um Kammermusik durch drei Jahrhunderte zu machen.

Kammermusik zu fördern, ihre Schätze in der Öffentlichkeit zu entdecken, spektakuläre Effekte zu suchen, sind die erklärten Ziele der "Kölner Kammersolisten". Die variable Formation, im Jahr 2011 gegründet, wird von einem guten Dutzend Musikern gebildet, zumeist von Mitgliedern der beiden führenden Orchester Kölns. Zum rein musikalischen Interesse fügt sich in dieser Saison noch ein weiterer Anziehungspunkt, diesmal architektonischer Art. Die Konzerte finden im Keller Sancta Clara statt, einem einzigartigen Überbleibsel eines großen mittelalterlichen Klosters, das im frühen neunzehnten Jahrhundert zerstört wurde.

Zum fünften Konzert dieser Saison, tituliert "Einflüsse - Gesang", haben die Instrumentalisten zwei junge Sängerinnen eingeladen, die augenblicklich zu den vielversprechendsten gehören: Marta Wryk und Anna Lucia Richter. Die polnische Mezzosopranistin dominiert den ersten Teil. Mit "Parto, Parto", der Arie des Sesto aus La Clemenza di Tito, setzt sie die Messlatte ziemlich hoch: eine weite und schöne Stimme, gleichmäßig über die gesamte Tessitur, präzise Vocalisen, leichter Ansatz. Aber über allem ist Wryk eine feine Musikerin. Sie weiß ihre Stimme zu färben je nach ihrer Funktion innerhalb der Instrumente. Besonders klar, um der Klarinette von Blaž Sparovec (Mozart) gerecht zu werden, samten klingend, um sich mit der Viola von Matthias Buchholz zu vereinen (Brahms. Zwei Gesänge op 91), zeigt sie eine unerwartete Weite im Chanson perpétuelle von Ernest Chausson, wo das Streichquartett (angeführt von dem hervorragenden José Maria Blumenschein, dem zukünftigen Konzertmeister der Wiener Philharmoniker) alles tut, um ein ganzes Orchester zu ersetzen. Ganz zu schweigen von dem grotesken Humor der Rapsodie nègre von Francis Poulenc, die sichtbar das ganze Ensemble der Musiker amüsiert.

Wechsel der Tonart mit dem Eintritt von Anna Lucia Richter. Mit ihrer jungen und leuchtenden Stimme, die der atemberaubendsten Nuancen fähig ist, nimmt sie uns mit in ein Universum lächelnder Romantik ganz ungekünstelt, aber immer in Schönheit. Eingelullt durch das weiche Horn von Egon Hellrung ist Auf dem Strom ein Moment des reinen Glücks, während der Abend mit einem spannenden Hirt auf dem Felsen endet, wo Stimme, Klarinette und Klavier wunderbar ineinander verschmelzen.

Quelle: ResMusica, 4. März 2016 Andreas Laska